Beschäf­tigung

Für Men­schen mit Handi­cap ist eine sozial­ver­sicherungs­pflichtige An­stellung nicht die ein­zige Mög­lich­keit, um Er­fah­rungen in ei­nem Be­trieb zu sam­meln. So kön­nen ein Prak­ti­kum oder ei­ne Pro­be­be­schäf­tigung in Fra­ge kommen.

Zuständig­keiten

Zustän­dig sind die Agen­turen für Ar­beit und die Inte­grations­fach­dien­ste (IFD) in Ber­lin. Der IFD rich­tet sich mit ei­nem An­ge­bot aus In­for­ma­tionen, Be­ra­tung, Un­ter­stützung, Be­glei­tung und Hil­fe an Ar­beit­neh­mer/-innen und Ar­beit­geber/-innen.

Der IFD hat ei­ne Bro­schüre heraus­ge­ge­ben, die man hier bestellen kann.

Suche nach ge­eig­ne­ten Be­wer­ber/-innen

Die Ver­mittlung von ge­eig­ne­ten Men­schen mit Be­hin­de­rung über­nimmt die Agen­tur für Ar­beit und die Job­cen­ter in Ber­lin.

Hier er­hal­ten Sie auch ei­ne Auf­klä­rung über die Leis­tungs­fähig­keit der Be­wer­ber/-innen und die Aus­wir­kungen der je­wei­ligen Be­hin­de­rung. Wei­tere In­for­ma­tionen be­kommen Sie zur fi­nan­ziellen För­de­rung bei be­fris­te­ten Be­schäf­ti­gungen und Prak­tika für max. drei Mo­na­te; außer­dem zu Zu­schüssen bei be­trieb­licher Aus- oder Wei­ter­bil­dung von behin­der­ten Men­schen, für ar­beits­tech­nische Hil­fen am Ar­beits­platz.

Neueinstellung/Weiter­­be­schäftigung

Viele Grün­de können für einen Be­trieb den Aus­schlag geben, sich be­wusst für ei­nen ge­eigne­ten Men­schen mit Be­hin­de­rung als neu­en Mit­ar­bei­ter zu ent­schei­den.

Je nach Art und Schwe­re der Be­hin­de­rung muss im Be­trieb über die Be­schäf­ti­gungs­form nach­ge­dacht werden.

Mit einer ent­spre­chen­den An­passung des Ar­beits­platzes steht ei­ner re­gu­lä­ren Voll­be­schäfti­gung nichts mehr im Weg.

Möchten Sie erst ein­mal sehen, ob die täg­lichen An­for­de­rungen be­wäl­tigt wer­den, ha­ben Sie die Mög­lich­keit, zu­nächst ein be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis zu ver­ein­ba­ren. Läuft die­ses be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis re­gu­lär aus, müssen Sie sich kei­ne Zu­stim­mung des In­te­gra­tions­amtes einholen.

Dies gilt nur bei ei­ner außer­or­dent­lichen Kün­di­gung eines Men­schen mit Schwer­be­hin­de­rung in ei­nem be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis.

Zuschüsse bei Be­schäfti­gung/Wei­ter­be­schäftigung *)

Leis­tungen an Ar­beit­ge­ber und Zu­stän­dige Stellen

Zu­schüsse zur Aus­bil­dungs­vergütung

  • wenn die Aus- oder Wei­ter­bil­dung sonst nicht zu er­rei­chen ist.

Ar­beits­agen­tur

SGB II‑Trä­ger

Reha­träger

Ein­glie­derungs­zu­schuss im An­schluss an eine ab­ge­­schlosse­ne Aus- und Weiterbildung

  • wenn schwer­be­hin­der­te Men­schen im An­schluss an ei­ne ab­ge­schlosse­ne Aus- oder Wei­ter­bil­dung in ein Ar­beits­ver­hält­nis über­nom­men wer­den und wäh­rend der Aus- oder Wei­ter­bil­dung Zu­schüsse er­bracht wur­den.

Ar­beits­agen­tur

SGB II‑Trä­ger

Zu­schüsse zu den Ge­büh­ren bei der Be­rufs­aus­bil­dung be­son­ders be­troffe­ner schwer­be­hin­der­ter Ju­gend­licher und junger Erwach­sener

  • wenn Ar­beit­ge­ber mit we­ni­ger als 20 Be­schäf­tig­ten ei­nen be­son­ders be­troffe­nen schwer­be­hin­der­ten Men­schen zur Be­rufs­aus­bil­dung ein­stellen, der das 27. Le­bens­jahr noch nicht voll­en­det hat.

Inte­gra­tions­amt

Prämien und Zu­schüsse zu den Kos­ten der Be­rufs­aus­bil­dung be­hin­der­ter Ju­gend­licher und junger Er­wachsener

  • wenn Ar­beit­ge­ber einen be­hin­der­ten Men­schen ein­stellen, der für die Zeit der Be­rufs­aus­bil­dung den schwer­behinderten Men­schen gleich­ge­stellt ist. Da­bei bleibt un­be­rück­sich­tigt, ob der Ar­beit­ge­ber die Be­schäfti­gungs­pflicht er­füllt oder nicht
  • wenn die Be­hin­de­rung durch ei­ne Stellung­nah­me der Agen­tur für Ar­beit oder durch ei­nen Be­scheid über Leis­tungen zur Teil­habe am Ar­beits­le­ben nach­ge­wie­sen ist.

Inte­gra­tions­amt

Zuschuss für die Pro­be­beschäftigung

  • wenn da­durch die Mög­lich­keit einer Teil­ha­be am Ar­beits­le­ben für be­hin­der­te, schwer­be­hin­der­te und ih­nen gleich­ge­stellte Men­schen ver­bessert oder ihre voll­stän­di­ge und dauer­haf­te Teil­ha­be am Ar­beits­leben er­reicht wird.

Ar­beits­agen­tur

SGB II‑Trä­ger

Reha­träger

Finan­zielle För­de­rung zur Schaffung neuer Ar­beits- und Aus­bil­dungs­plätze für schwer­be­hin­der­te Men­schen

  • wenn schwer­be­hin­der­te Men­schen ohne ge­setz­liche Ver­pflich­tung oder über die Pflicht­quo­te hi­naus ein­ge­stellt wer­den
  • wenn be­son­ders be­troffe­ne schwer­be­hin­der­te Men­schen ein­ge­stellt werden
  • schwer­be­hin­derte Men­schen nach ei­ner Ar­beits­losig­keit von mehr als zwölf Mo­na­ten ein­ge­stellt wer­den
  • wenn Arbeits­be­dingungen ver­bessert wer­den oder eine sonst dro­hen­de Kün­digung ei­nes be­hin­der­ten Men­schen ab­ge­wendet wird
  • wenn sich der Ar­beit­ge­ber an­ge­messen an den Ge­samt­kos­ten beteiligt.

Inte­gra­tions­amt

Eingliederungszuschuss

  • wenn be­hin­derte und schwer­be­hin­derte Men­schen we­gen in ih­rer Per­son lie­gen­der Grün­de er­schwert ver­mittelt wer­den können
  • wenn schwer­be­hin­derte Men­schen bzw. ih­nen gleich­ge­stellte be­hin­derte Men­schen we­gen in ihrer Per­son lie­gen­der Grün­de er­schwert ver­mittelt wer­den können (beson­ders be­troffene schwer­be­hin­derte Menschen).

Ar­beits­agen­tur

SGB II‑Trä­ger

Reha­träger

Zuschuss für Ar­beits­hil­fen im Betrieb

  • wenn dies für eine dauer­haf­te Teil­habe des be­hin­der­ten Men­schen er­for­der­lich ist und
  • wenn der Arbeit­geber nicht nach dem SGB IX Teil 2 ver­pflich­tet ist, die Kos­ten für die Ar­beits­hil­fen zu über­nehmen.

Ar­beits­agen­tur

SGB II‑Trä­ger

Reha­träger

Inte­gra­tionsamt

Be­hin­de­rungs­ge­rechte Ein­richtung von Ar­beits- und Aus­bil­dungsplätzen

  • wenn Arbeits­stätten be­hin­derungs­ge­recht ein­ge­richtet und un­ter­halten werden
  • wenn Ar­beits- oder Aus­bil­dungs­plätze mit not­wen­digen tech­ni­schen Ar­beits­hilfen aus­ge­stattet werden
  • wenn Teil­zeit­ar­beits­plätze für schwer­be­hin­derte Men­schen ein­ge­richtet wer­den
  • wenn sonsti­ge Maß­nah­men zur dauer­haf­ten be­hin­derungs­ge­rechten Be­schäfti­gung schwer­be­hin­derter Men­schen ver­an­lasst werden.

Reha­träger

Inte­gra­tionsamt

Leistungen bei außergewöhnlichen Belastungen

  • wenn über­durch­schnitt­lich hohe Auf­wen­dungen oder Be­las­tungen bei der Be­schäf­ti­gung be­son­ders be­troffener oder in Teil­zeit tä­ti­ger schwer­be­hin­derter Men­schen an­fallen, z. B. be­son­dere Auf­wen­dungen bei der Ein­ar­bei­tung und Be­treu­ung, für eine Hilfs­kraft oder zur Ab­geltung einer wesent­lich ver­min­der­ten Ar­beits­leistung
  • wenn alle an­deren Hilfs­mög­lich­kei­ten, z. B. die be­hin­derungs­ge­rechte Ge­stal­tung des Ar­beits­platzes, zu­vor aus­ge­schöpft wurden.
  • wenn es für den Arbeit­ge­ber un­zu­mut­bar ist, die Kos­ten zu tragen
  • wenn ein Be­schäf­tigter aus einer Werk­statt für be­hin­derte Men­schen über­nommen wird.

Inte­gra­tionsamt

*) Die voll­stän­dige Über­sicht ist in der Broschüre »ABC – Be­hin­de­rung und Beruf – Hand­buch für die be­trieb­liche Praxis« des Inte­gra­tions­am­tes Berlin zu fin­den (www.integrationsaemter.de/Fachlexikon).

Weitere Be­schäf­tigungs­möglichkeiten

Ehe Sie eine Ent­schei­dung zur Ein­stel­lung eines be­hin­der­ten oder schwer­be­hin­der­ten Men­schen treffen, bie­ten Sie eine Pro­be­be­schäfti­gung an.

Die Pro­be­be­schäfti­gung kann bis zu drei Mo­na­ten ge­för­dert wer­den.

Der An­trag für die För­de­rung ist bei der Ar­beits­agen­tur, dem Job­center oder dem Ren­ten­ver­sicherungs­träger zu stellen.

Sollte im Betrieb eine Be­schäf­ti­gung nicht mög­lich sein, so kön­nen Sie mit Ih­rem Mit­ar­bei­ter ent­schei­den, ob ei­ne Be­schäf­ti­gung in Teil­zeit, Tele- oder Heim­ar­beit in Be­tracht kommt.

Ziel ist es, dass die für Sie und Ihren Mit­ar­bei­ter op­ti­ma­le Lö­sung ge­funden wird.

Werkzeuge

aus Mitteln des Ausgleichsfonds

Mädchen in Rollstuhl mit vielen Werkzeugen und Handwerksutensilien
Sprechblase Handwerk füer Alle!

Gefördert durch:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
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